© BIB Baustoffprüflabor und Ingenieurgesellschaft Berlin mbH 2022
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BIB Baustoffprüflabor und Ingenieurgesellschaft Berlin mbH
Über 70 Jahre erfolgreiche Baustoffprüfungen im BIB Die beiden Herren Dr. Paul Herrmann und Anton Scheuerer waren bereits vor dem Krieg auf dem Sektor der Material- und Baustoffprüfung im Technischen Untersuchungsamt der Stadt Berlin, der heutigen Bundesanstalt für Materialprüfung, leitend tätig. Nun was lag näher, als die Chance nach dem Krieg beim Schopfe zu packen und die labormäßige Betreuung der dringend zu reparierenden Straßen zu übernehmen. Anfänglich noch in einer Kellerbehausung untergebracht, zogen beide Herren, nach dem Vorbild der heute noch berühmten Trümmerfrauen, mit einem Leiterwagen durch die kaputten Straßen Berlins. Sie sammelten die ersten Proben aus Stampfasphalt oder Gussasphalt ein, deren Würfel und Prismen sie auf der Baustelle selbst herstellten. 1950 gründeten sie dann das Untersuchungslabor mit der Bezeichnung: ,,Chemisch-technisches Forschungs- und Untersuchungslaboratorium für Baustoffe und Bau- nebenstoffe Dr. P. Herrmann und A. Scheuerer". Mit der Neugründung etablierte man sich auch in neuen Räumen, nämlich in eine Mansarde in der Badenallee in Berlin- Westend. Zunächst lag der Schwerpunkt bei der Prüfung von bituminösen Baustoffen (heute sagt man bitumenhaltige Baustoffe), obwohl damals noch die teerhaltigen Massen eine dominante Rolle im Straßenbau einnahmen. Bereits 1965, nachdem Herr Dr. Herrmann längst ausgeschieden war, stieß der jungpromovierte Chemiker Dr.-Ing. Klaus Höher von der Technischen Universität Berlin dazu und unterstützte Herrn Scheuerer in den Aufgaben der Laborleitung. Damals waren insgesamt 6 Mitarbeiter in diesem Mansardenlabor tätig. Sie prüften Mineralstoffe und rezeptierten Asphalt Beläge, insbesondere auch Gussasphalt für Berlin. Auf Grund der guten Kontakte des Herrn Scheuerer, erweiterte sich der Prüfradius bis nach Bayern. Viele bayerische Autobahnen und Brücken wurden nach Rezepturen aus dem Berliner Labor gebaut. Zu diesem Zeitpunkt firmierte das Labor unter: ,,Chemisch-technisches Forschungs- und Untersuchungslaboratorium für Baustoffe und Baunebenstoffe Anton Scheuerer und Dr. Klaus Höher". Viele in diesem Labor entwickelten Prüfmethoden und Verfahren, die einen hohen Bezug zur Praxis haben, sind auch heute noch erhalten geblieben. So z. B. der Kugelfallversuch nach Herrmann. Die Mastix- und Füllerprüfungen von Herrn Scheuerer. Die Schlitzsiebungen im Sandbereich und das Luftbad für die Destillation von extrahiertem Bitumen stammen von Herrn Dr. Höher. Er stellte 1970 für das Labor noch einen Jungingenieur ein, das war der Herr Lehné. Gemeinsam wurden viele Forschungsintensitäten auf dem Gussasphaltsektor bewegt. Die Prüfung der Risssicherheit über den Quotienten II ist auch heute noch eine sehr praxisbezogene und elegante Methode zur Optimierung von Gussasphalten. In den 70er Jahren wurde im Hause des BIB die erste Auswertung der Kontrollprüfergebnissee mittels EDV entwickelt. 1978 wurden die Laborräume in der Badenallee viel zu klein und es wurde ein neues Labor im Süden Berlins, in der Haynauer Straße 53, mit 750 errichtet. Hier wurde nicht nur Asphalte geprüft, sondern es wurden Laborkapazitäten für Beton- und Bodenprüfungen etabliert. In den 80er Jahren kam die Nachfrage an Problemlösungen im Altlastenbereich mit neuen und höchst interessanten Aufgaben, nämlich der chemischen Untersuchungen von kontaminierten Böden im Bereich von alten Industriestandorten. Zunächst wurde nur der Gehalt an Öl im Boden bestimmt, um Entscheidungen für den Verbleib oder Austausch des Bodens fällen zu können. Später stand nicht nur die Frage der Quantität, sondern auch die Frage nach der Qualität der im Boden vorhanden Altlasten, wie. z.B. Schwermetalle, PAK´s, PCB´s, Phenole, etc. Es wurde daher die Laborausstattung um eine weitaus aufwendige und kostenintensivere qualitative Analytik ergänzt und ein zusätzliche Umweltlabor, NAFU, eingerichtet. Die Laborkapazitäten hinsichtlich der erforderlichen Gerätschaften und Personal wurden 1989 deutlich erreicht. So wurde die Straßenseite gewechselt und in einer ehemalige Klavierfabrik, Haynauer Straße 69A, neue Laborräume von den Firmen NAFU und BIB bezogen. Mit der Wende zeigten sich sowohl im Bereich der Baustoffprüfungen als auch in der Umweltanalytik große, vielfältige und interessante Aufgabenfelder. Zu diesem Zeitpunkt waren rund 120 Mitarbeiter in den Firmen BIB und NAFU beschäftigt. Trotz der etwa bereits 1992 beginnenden schwierigen Verhältnisse in der Baubranche, die natürlich auch die Prüfinstitute traf, hat das BIB als anerkannte Baustoffprüfstelle versucht, sich an die Gegebenheiten des Marktes anzupassen. Die NAFU wurde wirtschaftlich vom BIB getrennt. Die NAFU-Labor GmbH & Co. KG gehört seit dem 01. Mai 2004 zur Dr. Weßling Gruppe. Das BIB konzentrierte sich auf ihr Kerngeschäft der Baustoffprüfungen und zog 2007 in eine große Laborhalle mit modernen Bürotrakt, Haynauer Straße 71/73. Zu dieser Zeit betreute das BIB u.a. die flächig seitigen Bauwerke (Start- und Landebahn, Vorfelder, etc.) vom Flughafen BER. 2014 wurde das Berliner Institut für Baustoffprüfungen GmbH & Co. KG zur BIB Baustoffprüflabor und Ingenieurgesellschaft Berlin mbH umfirmiert. Die neue Gesellschaft wird nun von den beiden Geschäftsführern, Herrn Thomas von Rymon- Lipinski und Herrn Gerrit Rosenboldt geführt und zugleich im Rahmen als anerkannte RAP-Stra Prüfstelle als Prüfstellenleiter und stellv. Prüfstellenleiter geleitet. So wird heute über das Maß der Routineprüfungen hinaus, eine breite Palette der Baustoffprüfungen angeboten. Z. B. die Prüfung des duktilen Verhaltens von polymermodifizierten Bitumen, die Verdichtbarkeit von Asphalten, das Auffinden korrodierter Stähle mit der Induktionsmessung, die Prüfung von Fahrbahnmarkierungen und last not least das umfangreiche Anwendungsgebiet der chemischen Spurenanalytik in Kooperation mit den renommierten Umweltlaboren Berlins. Durch die ständige Weiterentwicklung des BIB, auch in sehr schwierigen Aufgabenstellungen, wie Sachverständigen- gutachten, Entwicklungs- und Forschungsarbeiten, konnte das Unternehmen unter der neuen Leitung wieder konsolidieren, worüber alle Mitarbeiter und Kunden sehr dankbar sind. Im BIB arbeiten heute in Berlin-Lankwitz ca.16 Mitarbeiter im Dienste der Baustoffprüfungen und der Umweltanalytik interdisziplinär zusammen.